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Watt´n Blick über Nordfriesland

St. Martin in Vollerwiek hat wieder ein dichtes Dach über dem Kopf

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Redaktionsbüro Watt´n Blick | Für die dringend notwendige Dachsanierung an der St. Martinskirche in Vollerwiek stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) im vergangenen Jahr 15.000 Euro zur Verfügung. Nach weiteren umfangreichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten feiert die Gemeinde am 9. April 2012 um 10.15 Uhr einen Dankgottesdienst. Danach erläutert Architekt Gerd Hinrichs die Arbeiten bei einer ausführlichen Besichtigung.

Umfangreiche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten hatte die Gemeinde der St. Martinskirche in Vollerwiek in Nordfriesland im letzten Jahr zu bewerkstelligen. Nun feiert sie am Ostermontag, den 9. April 2012 um 10.15 Uhr einen Dankgottesdienst mit anschließen­dem Imbiss. Die Deutsche Stiftung Denkmal­schutz (DSD) stellte für die dringend notwendige Dachsanierung im vergangenen Jahr 15.000 Euro zur Verfügung.

St. Martin ist eine romanische Dorfkirche, die im Jahr 1113 erbaut wurde, und von einem kleinen Friedhof umgeben ist. Das schlichte  Bauwerk besteht aus dem romanischen Kirchenschiff, das unten aus Feldsteinen, weiter oben aus Ziegeln errichtet wurde. Im Drei-Kaiser-Jahr 1888 erfolgte eine Verlängerung des Kirchenschiffs nach Westen. Zeitgleich erhielt es einen Dachreiter. Das Kirchendach ist mit Schiefer in der sogenannten Schablonen­deckung gedeckt, bei der Steine gleicher Höhe und Breite verwendet werden.

Im Inneren hat man Kirchenschiff und Chor durch einen nachträglich eingezogenen Bogen getrennt. Aber auch die Gestaltung der Decke unterscheidet sich: während im Kirchenschiff quadratische Holzfelder die flache Decke gliedern, hat man im Chor eine Holzbalkendecke eingebaut.

Zur wertvollen Innenausstattung gehört die Westempore, die 1613 entstand und mit qualitätvollen Gemälden geschmückt wurde. Die Kanzel datiert auf das Jahr 1586/1587 und stellt mit ihren kunstvollen Reliefs, auf denen biblische Motive der Glaubensverkündigung dienen, ein stattliches Werk der Renaissance dar. Der gotische Schnitzaltar, der älteste Eiderstedts, ist noch älter und stammt aus der Zeit um 1460. Die Abendmahlbänke von 1663 zeichnen sich durch ihre typisch Eiderstedter Form aus.

Die Kirche in Vollerwiek ist mit Schiefer eingedeckt. Er wies zuletzt erhebliche Leckstellen auf, so dass das Niederschlagswasser unge­hindert in den Dachraum eindringen konnte. Feuchteschäden traten selbst an der Decke des Innenraumes auf, was eine große Gefahr für die kostbare Innenausstattung der Kirche bedeutet. Desweiteren musste die Westseite der Kirche abgestützt und zum Teil neu vermau­ert werden. In den Chorraum wurden Maueranker eingesetzt.

St. Martin ist eines von über 130 Projekten, die die 1985 gegründete Bonner Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Schleswig-Holstein fördern konnte. Dazu gehören auch die Kirchen in Nieblum/Föhr und Husum, das Pastorat in Sörup oder der Haubarg “Timonhof” in Garding.

Der Dankgottesdienst am Ostermontag ist vielleicht für viele Bürgerinnen und Bürger aus Husum und Umgebung eine schöne Anregung für einen Ausflug, mit besinnlichem Innehalten und einer intensiven, informativen Auseinandersetzung mit unseren Kulturdenkmälern.


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