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Watt´n Blick über Nordfriesland

Wir lagen vor Martinique und hatten das Koks an Bord

Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön…

| 2 Kommentare

von Axel Porsch | …denn da kann man fremde Länder und noch manches andere sehn. Zum Beispiel schöne Yachten, schöne Strände, schönen Schnee... Schluss mit lustig ist jedoch, wenn die Polizei mal nach dem rechten schaut und die Schiffsladung kontrolliert. Koks, tonnenweise! 1,3 Tonnen, für geschmeidige 40 Mio. Ob Euro oder Dollar spielte bei der Menge keine Rolle mehr. Ein Pärchen aus Wyck, inspiriert vom schönen Claim seiner Heimatinsel: “Föhr – Friesische Karibik”, businessmässig Yachten wohlhabender Besitzer in neue Häfen segelnd, wollte den ganz, ganz grossen Coup landen.

Leider hörte seit längerem das deutsche BKA auf Anregung der Staatsanwaltschaft Flensburg äusserst interessiert bei den geschäftlichen Absprachen mit und die maritimen Kollegen der französischen Polizei nahmen die beiden Segelfreunde am 4. Juli 2011 zu nachtschlafener Zeit fest. Ob vor St. Maarten (NDR) oder vor Martinique (shz, WELT, Abendblatt), darüber sind sich die Redaktionen nicht ganz im klaren – auf jeden Fall: in der Karibik.

Die Festnahme in der Karibik hat voll gelohnt, bei zeitgleichen polizeilichen Zugriffen wurden in Frankreich und Portugal noch weitere Schneekönige festgenommen.

Sie lagen vor Martinique und hatten das Koks an Bord... © BKA

Neben den Ermittlungen auf der Nordseeinsel Föhr (Geschäftsräume, mehrere Wohnungen und Fahrzeuge von Verdächtigen), gab es zudem weitere Durchsuchungen im niedersächsischen Getelo, in Duisburg und auch in der nahen Hansestadt Hamburg. Die Beamten des BKA stellten rund 400.000 Euro Bargeld sowie 900.000 Euro an Vermögenswerten, zahlreiche aufschlussreiche Unterlagen und elektronische Speichermedien (Hard Discs, USB-Sticks, Cd´s, Disketten?) sicher. Der international organisierte, multikulturelle Drogenschmugglerring erlitt dadurch erhebliche Frakturen.

Jedoch, wie bemerkte so treffend ein Forist im Artikel der WELT online (leider wurde die Kommentarfunktion, wie üblich und erwartet, inzwischen geschlossen):

“Da werden die zwei deutschen Amateurschmuggler vermutlich sehr froh sein, wenn sie erst mal halbwegs sicher in einem französischen oder besser noch deutschen Gefängnis unterkommen, denn das Kokain dürfte bei einer derartigen Menge noch nicht oder zumindest noch nicht ganz bezahlt worden sein. Und die derart um die sicherlich hoch und heilig versprochene Bezahlung gebrachten südamerikanischen Drogenbosse werden jetzt wohl eine saftige Rechnung stellen. Das ist wirklich ein Stoff für einen Thriller.”

Wie wahr, wie wahr, da kann BlickHusum.de nur ganz gespannt die weitere Entwicklung beobachten. Vielleicht wird irgendwann ein weiterer Stein auf dem alten Süderender Friedhof von St. Laurentii neben den ollen Walfängern gesetzt. R.I.P

Der Wyker Bürgermeister Heinz Lorenzen ist ob dieser Angelegenheit not amused. Er sagte der Regionalzeitung Hamburger Abendblatt, dass es doch sehr schrecklich sei, dass zwei Föhrer in diese Geschichte verwickelt wären:

“Das beschädigt den Ruf der Insel”, sprach Lorenzen. “Ich hoffe, dass sich der positive Klang unseres Slogans ‘Die friesische Karibik’ schnell wieder durchsetzt.”

Keine Sorge, lieber Herr Bürgermeister, demnächst wird doch wieder eine neue Sau durch das Dorf getrieben und dann ist alles nur noch ne kleine Episode an der Theke.

Wer spontan das besondere Karibik-Feeling geniessen möchte, muss nicht den Atlantik überqueren, die “Friesische Karibik” liegt sozusagen vor der Haustür, mittels Fähre zu erreichen. Sachdienliche Informationen für seriöse UrlauberInnen 50+ sind hier erhältlich:

Föhr Tourismus GmbH
Postfach 15 11
D-25933 Wyk auf Föhr
Touristische Anfragen: Tel. 046 81. 3 00
E-Mail: urlaub@foehr.de
www.foehr.defacebook.com/InselFoehr


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2 Kommentare

  1. Wirklich Nett! Gefaellt mir! Wo ist denn der Facebook-Like-Button?

  2. Na Robin, das ist doch kleine, blaue, links unten…

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